Pro Rennbahn

Bürgerinitiative für den Erhalt der Galopprennbahn Frankfurt Niederrad

Fakten

Informationen zur Vernichtung der Niederräder Rennbahn durch die Stadt Frankfurt am Main:

Die DFB-Zentrale zieht vom Wald in das Landschaftsschutzgebiet Niederräder Rennbahn im Grüngürtel

Der Protest der Frankfurter Bürgerinnen und Bürger richtet sich NICHT gegen den DFB. Er ist weiterhin in Frankfurt gerne gesehen, aber NICHT an diesem Ort.


Der Protest der Frankfurter Bürgerinnen und Bürger richtet sich gegen die Arroganz derjenigen Parteien, die sowohl unter Ausschluss der Bürgerinnen und Bürger als auch von Stadtverordneten nicht nur im Falle der Rennbahnzerstörung selbstherrlich und intransparent regieren.


1. Die Stadt Frankfurt zerstört ein Landschaftsschutzgebiet und verstößt damit mehrfach gegen Paragrafen der GrünGürtel Verfassung, die sie noch 2011 im Römer unter dem Motto „ Der Grüngürtel ist unantastbar“ feierte (15.11.11 FAZ). GrünGürtel Charta, S. 4: „...Erweiterungen und Neubauten von Funktionsgebäuden sollen zu einer geringeren Versiegelung der Gesamtanlage beitragen...“


2. Die Stadt Frankfurt zerstört ein das Niederräder Stadtbild prägendes 152 Jahre altes Grundstück, eine ebenso alte einmalig in Hessen existierende Sport-Tradition sowie ein Stück Stadtgeschichte. 2 Gebäude sind denkmalgeschützt.


3. Die Stadt Frankfurt verkauft das Rennbahnareal für 46 €/qm, Status: „Landschaftsschutzgebiet, Grüngürtel, Trinkwasserschutzgebiet“ und wird es für den DFB und seine 4 Wirtschaftsgesellschaften in Bauland umwidmen.


4. Der reichste Verband Deutschlands bzw. der Welt zahlt diesen symbolischen Niedrigpreis. Das benachbarte Hotel zahlte 859 €/qm im Jahr 2006. Der derzeit gültige Bodenrichtwert eines vom DFB erworbenen Teilstücks der Rennbahn beträgt 500 €/qm, der DFB zahlt 46 €/qm. HGO § 92: „Die Haushaltswirtschaft ist sparsam und wirtschaftlich zu führen.“Das Revisionsamt-leider ohne Vetorecht-schaltete sich ein. Nach § 109 HGO dürfen "Vermögensgegenstände nur zu ihrem vollen Wert veräußert werden. Dies gilt auch für die Wertermittlung von Erbbaurechten." Wer kann diesem Wirtschaften Einhalt gebieten?


5. Die Stadt Frankfurt subventioniert den "gemeinnützigen" DFB, der auf das Gelände u. a. mit seinen 4 kommerziellen GmbH zieht. Diese Wirtschaftsgesellschaften kommen ebenfalls in den Genuss des 46 €/qm Grünlandpreises.


6. Die Stadt Frankfurt muss mit der Sonderangebots-Erbpacht (6,8 Mio. € für 99 Jahre) folgende Kosten finanzieren (FIFA und UEFA subventionieren den DFB "Akademie"-Bau mit 7,6 Mio. €)


  • die Übernahme der Hippodrom GmbH (ca. 3 Mio. €)
  • Abfindung des ansässigen Golfclubs Absolute (Weiland GmbH,  7,1 Mio. €)
  • den Abriss der erst kürzlich sanierten Beton-Tribüne (ca. 1 Mio. €)
  • Abriss der Gebäude auf der Fläche, die der DFB nicht nutzen möchte
  • die Kosten des Bürgerentscheides (ca. 1 Mio. €, lt. Stadtrat Jan Schneider, Januar 2015)
  • die Einrichtung eines von Niederräder Bürgern (Ortsbeiratssitzung  5, 10.10.2014) nicht benötigten und nicht gewollten Bürgerparks und dessen dauerhafte Pflege (Kosten unabsehbar)
  • das Einrichten einer jetzt notwendig gewordenen Werbeseite für den DFB im Internet

 


7. Die Stadt Frankfurt bemüht(e) sich offensichtlich-abgesehen vom Commerzbank-Arena Areal, das der DFB aus unterklärlichen Gründen ablehnte-um kein weiteres dem Verband zumutbares Alternativgelände. Der Akteneinsichtsausschuss fand trotz 3-maliger Aufforderung zur Nachlieferung der Machbarkeitsstudien für Alternativgrundstücke diesbezüglich keine detaillierten Unterlagen. Die beim 4. Mal angeforderten Akten wurden erst am Abend vor der Ausschusssitzung (05.05.15) bereitgestellt, so dass berufstätige Stadtverordnete keine Zeit zur Einsichtnahme hatten. Der Ausschuss wurde zum 4. Mal vertagt. Das nennt man gelebte Demokratie.


8. Die Stadt Frankfurt subventionierte die Fußballstadien Brentanobad und das FVS seit 2010 mit ca. 40 Mio. Euro (FAZ, 01.02.10; FR 16.10.14) und schreibt am 12.12.2014 (Bericht des Magistrats, B 502): „Ab 2014 stehen aufgrund der schwierigen Haushaltslage keine Sportfördermittel für den Rennbetrieb mehr zur Verfügung.“ Wie passt das zusammen?


9. Die Stadt Frankfurt vernichtet ein sich seit 2014 entwickelndes neues „Kultgelände“ mit zahlreichen Veranstaltungen, die die unterschiedlichsten Interessen der Bürger berücksichtigen (Benefizkonzerte, Public Viewing, Filmnacht, Der Nikolaus kommt, Familiensportfest..). Ein neuer "Bürgerpark" war ohne Zutun und finanzielle Unterstützung der Stadt und ohne Instandhaltungskosten im Entstehen.  


Fakten Teil 2


„Gründe für den Erhalt und gegen die Zerstörung des Niederräder Rennbahngeländes“

Zahlen, die die Stadt Frankfurt kennt, aber nicht nennt :

Statistik: Sporttreibende/Zuschauer auf dem Rennbahngelände per anno

2014 - 365 Tage im Golfclub Absolute (Durchschnitt 130 Spieler pro Tag): 47.550 Sporttreibende

2014 - 7 Renntage (Durchschnitt 6000 Zuschauer, 1.800 -15.000): 42.000 Zuschauer

2014 - 4000 Besucher Public viewing (WM), 500 Kinonacht, 1200 Bürger bei Konzerten und weiteren

Veranstaltungen, 700 Bistrobesucher, Jogger und Spaziergänger: total mind. 6400

95.950 Nutzungsmöglichkeiten für Bürger, die durch die Zerstörung der Rennbahn einen Ort für

Familien-Freizeitvergnügen, Erholung und den Sport ihrer Wahl verlieren.

Relation Subventionierung/Zuschauerzahl:

2013/14 - 11 Spieltage Frauen-Bundesligafußball (Durchschnitt 2248 Zuschauer): 24.746 Zuschauer

2014

7 Renntage: 42.000 Zuschauer

Ist Frauen-Bundesligafußball, gemessen an der niedrigen Besucherzahl trotz einer höheren Anzahl

von Spieltagen, nicht eine „Sportart jenseits der Blütezeit, elitäre Randsportart für eine privilegierte

Minderheit mit Spezialinteresse“ (Zitate der schwarz-grün-roten Parteien zum Galoppsport) und

müsste sofort von der Zuschussliste gestrichen werden?

2012 - 2014 Stadion am Brentano Bad (Frauen-Bundesligafußball): 10.7 Mio Euro, 2.1 Mio Euro für

Flutlichtanlage (16.10.2014, FR)

1995 - 2013 Stadt zahlte 12 Mio Euro an den Renn-Klub (ungenannter Sprecher aus dem

Planungsamt, 1.4.15, FAZ)

12.12. 2014 Bericht des Magistrats, B502 – „Ab 2014 stehen aufgrund der schwierigen Haushaltslage

keine Sportfördermittel für den Rennbetrieb mehr zur Verfügung.“ Entgegen dieser

erstaunlichen Aussage im Hinblick auf die oben genannten Fußball-Zuschusshöhen sind

im Haushaltsplan 2014 jedoch noch 37.000 Euro Subventionierung für die Rennbahn

ausgewiesen. Sie wurden nicht gezahlt. Wollte die Stadt Frankfurt die

Subventionsangaben (s.o.) zu Lasten der Rennbahn in betrügerischer Absicht nach oben

fälschen/schönen?

Subventionen im Vergleich:

Frauen-Bundesligafußball: 2 Jahre, 6.4 Mio Euro per anno

bei 24.746 Zuschauern (2013/2014)

Galoppsport:

19 Jahre, 630.000 Euro per anno

bei 42.000 Zuschauern (2014)

(Vorausgesetzt, die Höhe der städtischen Rennbahnsubventionierung ist

belegbar).

Das größte fortlaufende Subventionsgrab stellt allerdings die Commerzbank Arena dar, die die Stadt

2006 mit 65 Mio Euro mitfinanzierte. Die zu 100% der Stadt Frankfurt gehörende Betreibergesellschaft

Sportpark Stadion GmbH stellte weitere 41,5 Mio Euro zur Finanzierung zur Verfügung. Somit flossen

mehr als 100 Mio Euro Subvention in den Fußball (Quelle: Bilanz, EF Fußball AG 2006). Wer

hinterfragt/recherchiert die jährlichen Subventionen der Commerzbank Arena?

Irreführung der Bürger/ Vorenthaltung von Informationen seitens der Schwarz-Grün-Roten:36.000 Euro „Mietzins“ (Pressekonferenz, 5.9.14) per anno von der Hippodrom GmbH, nicht dem

Renn-Klub

(62.000 Euro Erbpachteinnahmen per anno durch den DFB (theoretisch, s.u.)

230.000 Euro Erbpachteinnahmen per anno durch den Golfclub Absolute (tatsächlich)

1. Die beharrliche Missachtung des Golfclubs beruht ausschließlich auf der Tatsache, dass er in

die bisher substanzlose Argumentationsstrategie „Der defizitäre Rennbetrieb“ nicht passt.

2.

Der Erbpachtzins des DFB von 6.8 Mio Euro kann nicht angelegt werden, da er für folgende

Kosten verwendet werden muss:


Übernahme der Hippodrom GmbH (ca. 3 Mio Euro, Magistratsvorlage M151, 15.9.14)

Abfindung des ansässigen Golfclubs Absolute (lt. Weiland GmbH: 7.1 Mio Euro)

Abriss der kürzlich erst sanierten Beton-Tribüne (1-2 Mio Euro) ∗

Abriss der Gebäude auf der Restfläche, die der DFB nicht nutzen möchte

Kosten des Bürgerentscheids (ca. 1 Mio Euro, Jan Schneider, Januar 2015)

Einrichtung eines von Niederräder Bürgern (Ortsbeiratssitzung 5, 10.10.2014) nicht benötigten und

gewollten Bürgerparks (Hafenpark ca. 8 Mio Euro bei 4 ha – „Bürgerpark“ ca. 16 Mio Euro bei 9,4

ha.? FAZ, 26.4.15) und dessen dauerhafte Pflege (Kosten unbekannt)

- Einrichtung einer Internetseite für DFB-Werbung „perspektive-niederrad“ (7.800 Euro)

∗ Da die Stadt für den DFB die Abrisskosten der ebenerdigen Ställe und Holzgebäude auf 600.000

Euro (Abrissrabatt, 46€/qm statt 50€/qm) veranschlagt hat, können die Abrisskosten für die auf

städtischem Boden verbleibenden Ställe und die Stahl/Betontribüne leicht auf 1-2 Mio Euro

veranschlagt werden.

Wissen Sie, dass ....

1. ... der Ausbau des Leichtathletikleistungszentrums Hahnstraße noch immer nicht angefangen

hat (Magistratsbeschluss August 2012, Prioritätenprogramm), die Rennbahnzerstörung zum

Vorteil des Fußballs jedoch forciert wird (Magistratsbeschluss September 2014).

2. ... ein Bürgerbeteiligungsportal der Stadt Frankfurt existiert (subventioniert mit 200.000 € per

anno), das Bürgerfragen vom September/Oktober 2014 noch immer nicht beantwortet hat.

3. ... der DFB, der 6.8 Mio Euro Erbpacht für 99 Jahre zahlt und dieselbe Summe seinen 23

Buben für 4 Wochen als Weltmeisterschaftsprämie schenkte (6.9 Mio Euro). 7.6 Mio erhält der

DFB für das Rennbahn-Projekt von der FIFA und UEFA. An einem deutschen Länderspiel in

Deutschland verdient der DFB bis zu 9 Mio. Spätestens hier müsste ein Aufschrei zum

Erbpachtpreis durch die Medienlandschaft gehen, besonders dann, wenn Frank von den

finanziellen Gewinnen durch den Umzug der DFB-Zentrale spricht.

4. ... Cunitz und auf der Heide (Grüne) im Oktober 2014 (Ausschusssitzung) - kurz vor der

beschlussfassenden Stadtverordnetenversammlung am 16.10.14 - NICHT wussten, dass das

Rennbahngelände ein Landschaftsschutzgebiet im Grüngürtel ist.

5. ... Frank auf der Internetseite „Sportamt der Stadt Frankfurt“ einen Fußball in

Händen hält?

Wie skrupellos müssen „DFB“Dezernent Frank und der DFB sein, ca. 900 sporttreibenden Bürgern

den Verein ihrer Wahl vor Ort kommentarlos zu schließen?

Das Rennbahnareal gehört der Stadt Frankfurt. Wer ist die Stadt Frankfurt? Frankfurts Bürger sind die

Stadt. Das Grundstück ist Volkseigentum. Es gehört den Frankfurter Bürgern, für die es von

verantwortungsbewussten Politikern wirtschaftlich verwaltet werden soll.

Laut HGO § 8a ist vor der Planungsphase eines Bauvorhabens dieser Größe mindestens einmal im

Jahr eine Bürgerversammlung mit dem Ziel der Transparenz vorgeschrieben. Wann fand sie statt? Wo

blieb die Einrichtung eines vom Ortsbeirat 5 gewünschten Bürgerforums zur Rennbahnbebauung?

„Wenn man die Stadt gut regiert, fragt man die Bürger (Frank).“

Der Umkehrschluss ist: Die Stadt wird miserabel und undemokratisch regiert. Die Befriedigung

persönlicher Eitelkeiten genießt höchste Priorität vor Bürgerbeteiligung.


Vernichtung von Werten/Schadensbilanz/Gutachten


copyright Bürgerinitiative Pro Rennbahn, im Mai 2015


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